Damals waren wir immer zu viert gewesen und teilten unsere Momente. Die glücklichen und die unglücklichen. Irgendwie war es mir lieber, die unglücklichen zu teilen. Mein Glück wollt ich schon immer für mich allein, denn ich schämte mich dessen!
Es fing an, als der Junge aus dem Eckhaus mich ständig anlächelte. Ich konnte seine schiefen und nicht vollständigen Zähne einfach nicht ausstehen. Am liebsten hätte ich ihm die letzten auch noch ausgeschlagen.
Aber Mutter sagte immer, er könne nichts dafür, er sei anders. Ich hasste ihn, diesen Grinser! Den anderen drei ging es genauso wie mir, und so ärgerten wir ihn tagtäglich bis zu dem Tage, der uns alle ins Unglück stürzen sollte.
Oft schon spielten wir das Spiel, zwischen den parkenden Autos hervorzuspringen, um vor der Tram noch schnell über die Schienen zu huschen; ich war nie einer der Mutigen!
Aber ich war dabei, als wir dem Jungen aus dem Eckhaus in unser Spiel einweihten. Er wollte nicht, also zogen wir ihn, als die Tram sich einmal wieder näherte, zu zweit rücklings an seinem Hosenbund in Richtung der Schienen. Wir zwei schafften es rüber, doch unser Glück fuhr unter dem Geschrei des Jungen aus dem Eckhaus und dem Quietschen der Tram noch etliche Meter weiter!
Der Junge aus dem Eckhaus
23.Oktober.11 von wortedervergangenheit